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DNS-Records verständlich erklärt: A, AAAA, CNAME, MX, TXT, NS und SOA

Von 6 Min. Lesezeit
Laptop mit DNS-Übersicht, Netzwerkdiagramm und Router

DNS wirkt im Alltag unsichtbar, entscheidet aber mit darüber, ob eine Website erreichbar ist, E-Mails ankommen und Dienste einer Domain korrekt zusammenarbeiten. Hinter einer Domain stehen mehrere Eintragstypen – sogenannte DNS-Records. Jeder davon hat eine andere Aufgabe.

In diesem Überblick erkläre ich die wichtigsten Einträge verständlich: A, AAAA, CNAME, MX, TXT, NS und SOA. Die Beispiele sind bewusst allgemein gehalten, damit sie unabhängig vom jeweiligen Domain- oder Hostinganbieter nachvollziehbar bleiben.

Was ist ein DNS-Record?

Ein DNS-Record ist eine Information innerhalb einer DNS-Zone. Vereinfacht gesagt beantwortet er eine Frage zu einer Domain: Auf welcher IP-Adresse liegt die Website? Wohin sollen E-Mails zugestellt werden? Welche Nameserver sind zuständig? Oder darf ein bestimmter Dienst diese Domain verwenden?

Nicht jede Domain benötigt jeden Eintrag. Entscheidend ist, welche Dienste tatsächlich genutzt werden und welche Vorgaben der jeweilige Hosting-, Mail- oder DNS-Anbieter macht.

A-Record: Verbindung zu einer IPv4-Adresse

Der A-Record zeigt einen Hostnamen direkt auf eine IPv4-Adresse. Damit lässt sich zum Beispiel festlegen, unter welchem Server eine Website erreichbar ist. Ein typischer Eintrag besteht aus dem Hostnamen, der Ziel-IP-Adresse und einer TTL, also der Zeit, in der andere DNS-Server die Antwort zwischenspeichern dürfen.

Ändert sich die IPv4-Adresse des Servers, muss der A-Record angepasst werden. Genau deshalb sollte man bei einem Hostingwechsel vorher prüfen, welche Einträge tatsächlich auf den alten Server zeigen.

AAAA-Record: IPv6-Adresse für einen Hostnamen

Ein AAAA-Record erfüllt grundsätzlich eine ähnliche Aufgabe wie ein A-Record, verweist aber auf eine IPv6-Adresse. IPv6-Adressen sind deutlich länger als IPv4-Adressen und werden genutzt, wenn ein Server über das neuere Internetprotokoll erreichbar ist.

Eine Website kann gleichzeitig einen A- und einen AAAA-Record besitzen. Dann können IPv4- und IPv6-fähige Anschlüsse jeweils den passenden Weg nutzen. Ein AAAA-Eintrag sollte allerdings nur gesetzt werden, wenn der Server unter dieser IPv6-Adresse wirklich erreichbar und korrekt konfiguriert ist.

CNAME: Alias auf einen anderen Hostnamen

Ein CNAME verweist nicht direkt auf eine IP-Adresse, sondern auf einen anderen Hostnamen. Das ist besonders bei www-Subdomains verbreitet. Der Zielhostname kann seine IP-Adresse später ändern, ohne dass der CNAME selbst angepasst werden muss.

Für die Hauptdomain ohne www gelten je nach DNS-Anbieter besondere Regeln. Dort werden häufig A- oder AAAA-Records eingesetzt. Manche Anbieter unterstützen zusätzlich CNAME-Varianten wie ALIAS oder Flattening.

Die Unterschiede zwischen A-Record und CNAME habe ich bereits ausführlicher im Beitrag A-Record oder CNAME? beschrieben.

MX-Record: Zustellung von E-Mails

Der MX-Record legt fest, welche Mailserver E-Mails für eine Domain annehmen. Dabei enthält ein MX-Eintrag neben dem Zielhostname auch eine Priorität. Ein niedrigerer Zahlenwert bedeutet normalerweise eine höhere Priorität.

Eine Domain kann mehrere MX-Records besitzen. Fällt der bevorzugte Mailserver aus, kann ein Server mit höherem Prioritätswert als Ausweichziel dienen. Der MX-Record zeigt dabei auf einen Hostnamen, nicht direkt auf eine IP-Adresse. Für diesen Zielhostname müssen wiederum passende A- oder AAAA-Records vorhanden sein.

Wenn E-Mails nach einer DNS-Änderung nicht mehr ankommen, gehören die MX-Einträge zu den ersten Punkten, die ich kontrollieren würde. Zusätzlich müssen SPF, DKIM und DMARC weiterhin zur verwendeten Mailinfrastruktur passen.

TXT-Record: Text für Verifizierung und Sicherheit

TXT-Records speichern Textinformationen zu einer Domain. Sie werden unter anderem für Domain-Verifizierungen, SPF, DKIM und DMARC verwendet. Auch Hostinganbieter, Suchmaschinen und andere Dienste nutzen TXT-Einträge, um nachzuweisen, dass jemand die DNS-Verwaltung einer Domain kontrolliert.

Ein TXT-Record ist deshalb nicht automatisch harmlos oder unwichtig. Falsche oder doppelte Einträge können dazu führen, dass ein Dienst die Domain nicht verifizieren kann oder dass E-Mails schlechter zugestellt werden. Meine Beiträge SPF, DKIM und DMARC sowie der Domain-Sicherheitscheck gehen auf diese Themen ausführlicher ein.

NS-Record: Zuständige Nameserver

NS-Records nennen die Nameserver, die für eine DNS-Zone autoritativ zuständig sind. Sie beantworten also die Frage, welcher DNS-Dienst die verbindlichen Einträge einer Domain verwaltet.

Das ist nicht dasselbe wie ein A-Record. Der A-Record zeigt einen Hostnamen auf eine IP-Adresse; der NS-Record verweist auf die Nameserver, bei denen die Zone selbst liegt. Wer die Nameserver einer Domain ändert, kann damit die gesamte DNS-Verwaltung an einen anderen Anbieter übertragen.

Vor einem Nameserverwechsel sollten alle benötigten Einträge dokumentiert werden. Sonst können neben der Website auch E-Mail, Weiterleitungen, Verifizierungen oder andere Dienste ausfallen.

SOA-Record: Verwaltungsdaten der DNS-Zone

Der SOA-Record steht für „Start of Authority“ und enthält grundlegende Verwaltungsinformationen einer DNS-Zone. Dazu gehören unter anderem der primäre Nameserver, eine verantwortliche Kontaktangabe in DNS-Schreibweise, die Seriennummer der Zone sowie Zeitwerte für Aktualisierung, Wiederholung und Ablauf.

Die Seriennummer hilft sekundären Nameservern zu erkennen, ob sich die Zone geändert hat. Die Zeitwerte steuern, wann Aktualisierungen erneut versucht werden oder wie lange eine Zone als gültig gilt. Außerdem spielt der SOA-Record beim Caching negativer Antworten eine Rolle – also bei der Frage, wie lange ein Resolver beispielsweise ein „nicht vorhanden“ zwischenspeichern darf.

Im normalen Alltag muss man den SOA-Record selten manuell ändern. Bei einer eigenen DNS-Infrastruktur oder einer Fehlersuche kann er aber wichtige Hinweise liefern.

Wie die Einträge zusammenspielen

Eine typische Website kann mehrere Record-Typen gleichzeitig verwenden:

  • A und AAAA: führen die Domain zu IPv4- und IPv6-Adressen.
  • CNAME: verbindet zum Beispiel www mit einem Zielhostname.
  • MX: legt die Mailserver fest.
  • TXT: enthält Prüfungen und E-Mail-Sicherheitsrichtlinien.
  • NS: benennt die autoritativen Nameserver.
  • SOA: beschreibt die Verwaltung der DNS-Zone.

Diese Einträge ersetzen einander nicht. Ein häufiger Fehler ist zum Beispiel, einen CNAME dort einzutragen, wo bereits andere Record-Typen für denselben Hostnamen benötigt werden, oder beim Wechsel der Nameserver die vorhandenen MX- und TXT-Einträge nicht zu übernehmen.

Meine Checkliste vor einer Änderung

  • Welche Domainvariante soll bevorzugt erreichbar sein?
  • Welche Hostnamen werden für Website und E-Mail benötigt?
  • Welche Zielwerte und Record-Typen gibt der Anbieter konkret vor?
  • Welche MX-, SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge müssen erhalten bleiben?
  • Wurde die Änderung nach Ablauf der TTL unter IPv4, IPv6, Website und E-Mail geprüft?

Fazit

A, AAAA, CNAME, MX, TXT, NS und SOA wirken auf den ersten Blick wie eine Sammlung technischer Abkürzungen. Tatsächlich verteilen sie nur unterschiedliche Aufgaben: Websiteziele, Mailzustellung, Verifizierungen, Nameserver und Verwaltungsinformationen.

Wer diese Rollen auseinanderhält und vor Änderungen die bestehende Zone dokumentiert, kann Domains deutlich sicherer mit einem neuen Hosting oder zusätzlichen Diensten verbinden. Die technischen Definitionen finden sich unter anderem in RFC 1035 und für IPv6 in RFC 3596.

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